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Warum
beschäftigt sich der Hessische Landtag überhaupt mit dem
Thema Europapolitik? Warum gibt es einen besonderen Ausschuss, der
sich intensiver mit europäischen Themen befasst? Es ist doch
rechtlich so, dass die Bundesregierung Deutschland nach Außen
und damit auch gegenüber der EU vertritt. Richtig ist aber
auch, dass über den Bundesrat die Länder immer wieder
einbezogen sind, zu europäischen Themen Position zu beziehen,
Einfluss zu nehmen auf die Willensbildung in Berlin, Brüssel
und Straßburg. Das heißt, dass auf der Ebene der Länder
die Exekutive, d.h. die Landesregierungen, die Außenvertretung
wahrnehmen. An dieser Stelle muss das Parlament ins Spiel kommen.
Die Landesparlamente sind aufgefordert, sich an der Meinungsbildung
der Regierung zu beteiligen. Deshalb ist es wichtig und richtig,
dass im Hessischen Landtag zentrale Themen von europäischer
Bedeutung diskutiert werden, dass wir im Ausschuss zeitnah informiert
werden über Entwicklungen der europäischen Politik der
Kommission und des Parlaments.
Dazu
kommt, dass das Land Hessen im sog. "Ausschuss der Regionen"
Mitglied ist. Deshalb bedarf es eines neuen Selbstbewusstseins des
hessischen Parlaments, um gegenüber der Landesregierung deutlich
zu machen, welche Positionen der Hessische Landtag zu bestimmten
Themen bezieht. Hessen liegt tatsächlich mitten in Europa,
der geographische Mittelpunkt der EU liegt seit dem Beitritt von
Rumänien im Main-Kinzig-Kreis. Wir wissen aber auch, dass der
finanzpolitische Mittelpunkt in Hessen, nämlich am Bankenplatz
Frankfurt liegt, wo die europäische Zentralbank ihren Sitz
hat.
Deutschland ist das Transitland
für die transnationalen Verkehre schlechthin. Besonders das
wirtschaftsstarke Hessen ist über den für unsere Wirtschaft
so bedeutsamen Außenhandel sicherlich ein Zentrum der deutschen
Wirtschaft. Aber: Europa findet auch nicht nur in Frankfurt oder
auf einer abstrakten Ebene statt, sondern wir erfahren europäische
Politik direkt vor Ort. Das Dorferneuerungsprogramm wird insbesondere
aus europäischen Fördermitteln gespeist. Das LEADER-Programm
hilft uns, im ländlichen Raum Projekte voranzutreiben.
In meinem Wahlkreis könnte
ich zahlreiche Projekte aufzeigen, die ohne europäische Mittel
so nicht hätten verwirklicht werden können. Besonders
auch Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt, um Menschen wieder integrieren
zu können, sind nicht zu denken ohne die europäischen
Sozialfonds.
All dies zeigt, dass europäische Politik eben nicht nur in
Brüssel und völlig abstrakt sich abspielt, sondern tief
hineinreicht in Bundes- und Landespolitik.
Das Land Hessen unterhält
deshalb auch eine Landesvertretung mit Sitz in Brüssel, um
unmittelbar und sehr zeitnah am Informationsfluss beteiligt zu sein,
um frühzeitig Entwicklungen mit zu erkennen, um somit auch
gewissermaßen präventiv arbeiten zu können und auf
die Meinungsbildung Einfluss zu nehmen. Unsere Landesvertretung
teilen wir mit unseren Partnerregionen aus der Aquitaine in Frankreich,
der Emilia-Romagna in Italien und auch der Wielkopolska in Polen.
Solche Partnerschaften sind für den weiteren europäischen
Integrationsprozess unverzichtbar. Dazu kommen auch Partnerschaften
mit dem Staat Wisconsin in den USA und der Region Jaroslawl in Russland.
Dies bedeutet, dass das hessische Parlament und insbesondere der
Europaausschuss sich auch um die Pflege der Partnerschaften kümmern.
Meine Schwerpunkte im Arbeitskreis
Europa liegen auf den Themen
- Wirtschaft, Beschäftigung und Verkehr sowie auf dem Themenfeld
- Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Darüber hinaus kümmere
ich mich besonders um Kontakte mit den Partnerregionen der Emilia-Romagna
und Wisconsin/USA.
Außerdem bin ich zuständig für die Kontaktpflege
mit der ESA und der ESOC, den beiden europäischen Institutionen,
mit Sitz in Darmstadt, die sich mit der Raumfahrttechnik beschäftigen.
Also: Es ist durchaus eine spannende Aufgabe
im Europaausschuss des Hessischen Landtags mitarbeiten zu dürfen.

Partnerschaften
Partnerschaft zwischen den Landtagen Hessen
und Südtirol
Um
die Partnerschaft zwischen den Landtagen von Hessen und Südtirol
aufzufrischen und zu erhalten, besuchte der Ältestenrat gemeinsam
mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hessischen Landtags im
Mai 2010 die Kolleginnen und Kollegen des Südtiroler Landtags
sowie Mitglieder der Südtiroler Regierung u.a. in Bruneck,
Bozen und Meran. Die Themenschwerpunkte bei dem Besuch verschiedener
Einrichtungen waren u.a. Einsatz regenerativer Energien, die Auswirkungen
der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die beiden Länder, das
Spannungsfeld zwischen kommunaler Selbstverwaltung und den Landesinteressen
sowie die Entwicklung des Tourismus.
Landtagspräsident
Norbert Kartmann, Vizepräsident Lothar Quanz und die übrigen
Mitglieder der Delegation erfreuten sich dabei auch an der reizvollen
Landschaft Südtirols.

Delegationsreise in
den Partnerstaat Wisconsin
Im
Rahmen einer Delegationsreise unter der Führung von Staatsminister
Michael Boddenberg im Juni 2010 besuchten die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer aus Hessen Einrichtungen insbesondere im Partnerstaat
Wisconsin. Mit verschiedenen Gesprächspartnern wurden u.a.
in Madison, in Milwaukee und Chicago die Themen Arbeitsvermittlung,
Regulierung der Finanzmärkte und Kooperationen zwischen Hochschulen
erörtert.
Lothar
Quanz vertrat dabei die SPD-Landtagsfraktion, gemeinsam mit Vertreterinnen
und Vertretern anderer Fraktionen, Repräsentanten Hessischer
Hochschulen und Mitarbeitern aus dem Ministerbüro war die Delegation
u.a. Gast bei dem Präsidenten des Senats des Staates Wisconsin
und zu Besuch bei der Börse in Chicago.
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