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 Jedem Jugendlichen - mindestens - eine Chance

Februar 2012

Wirtschaft sucht Auszubildende - Jugendliche brauchen Arbeitsplätze

Wir wissen, dass es deutschlandweit und auch bei uns im Werra-Meißner-Kreis immer noch eine zu große Gruppe von Jugendlichen gibt, die unser Schulsystem ohne formalen Abschluss, sprich mindestens dem Hauptschulabschluss, verlassen. Diese Gruppe hat es besonders schwer, auf dem Ausbildungsmarkt eine Stelle zu bekommen und sich in den regulären Arbeitsmarkt damit integrieren zu können. Da wir um jedes Einzelnen Willen als Gesellschaft und Staat dafür sorgen müssen, dass jeder Jugendliche mindestens eine Chance erhält, sich beruflich zu qualifizieren und sich damit in die Gesellschaft integrieren zu können, ist es notwendig, mit gezielten Maßnahmen und Programmen diese Gruppe möglichst niedrig zu halten. Am besten ist es, wenn es gelingt, dass jeder Jugendliche von der Schule so qualifiziert und auf die Arbeitswelt vorbereitet wird, dass er eine Chance hat, auf dem Ausbildungsmarkt eine berufliche Biographie aufbauen zu können.

Insbesondere die Schülerinnen und Schüler der sog. Förderschulen, aber auch diejenigen, die ohne Abschluss unsere Haupt- und Gesamtschulen verlassen, gehören zu dem Personenkreis, der gefährdet ist, keine berufliche Laufbahn nach der Schule aufbauen zu können. Mit verschiedenen Programmen und Maßnahmen versuchen verschiedene Akteure sich um diese Gruppe von Jugendlichen zu kümmern. Berufliche Schulen machen entsprechende Angebote zur Berufsvorbereitung, es gibt ausbildungsbegleitende Maßnahmen, es gibt Angebote, um den Hauptschulabschluss nachzuholen, es gibt Maßnahmen der Jugendberufshilfe.

Wir wissen, dass verschiedene Bildungsträger Angebote machen zu berufsvorbereitenden Maßnahmen uvm. Zusätzlich sind präventive Maßnahmen zu betrachten, die bereits in einem früheren schulischen Stadium dafür sorgen sollen, dass möglichst alle Jugendlichen ausbildungswillig und -fähig am Ende der Schullaufbahn sind. Dies alles ist zwingend notwendig, um dem Einzelnen helfen zu können. Aus einem anderen Grund aber ist es genau so notwendig, dass diese Gruppe gut qualifiziert in den Ausbildungsmarkt starten kann, weil nämlich die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um Ausbildungsplätze im Bereich der beruflichen Ausbildung im Zuge des demografischen Wandels immer weiter zurückgeht. Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben wir in 2011 erfahren müssen, dass wir im Werra-Meißner-Kreis mehr offene Lehrstellenangebote hatten als die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber ausmachte.

Dieser Trend wird sich weiter verschärfen. Mittlerweile gibt es eine immer bessere Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft, zwischen einzelnen Schulen und Betrieben, um dem Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern vorzubeugen. Es bleibt zu prüfen, ob all diese Maßnahmen ausreichen, damit dem Bedürfnis der Betriebe einerseits als auch der jugendlichen Bewerberinnen und Bewerber andererseits Rechnung getragen ist.